Das Gasnetz in der Stadt Schaffhausen wird bis ins Jahr 2040 schrittweise stillgelegt. Damit stärkt die Stadt den Klimaschutz, reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energien und schafft Planungssicherheit für Haushalte und Unternehmen.
Gasausstieg der Stadt Schaffhausen
Das Wichtigste in Kürze
Der Stadtrat hat dem Grossen Stadtrat eine Vorlage zum Gasausstieg bis ins Jahr 2040 unterbreitet. Denn die Wärmeversorgung in der Stadt Schaffhausen befindet sich im Wandel: Fossile Energieträger werden durch erneuerbare ersetzt. Dies ist eine Grundvoraussetzung zur Erreichung des «Netto-Null» Klimaziels.
SH POWER erstellt in diversen Quartieren Wärmeverbünde und auch individuelle Lösungen wie Wärmepumpen sind auf dem Vormarsch. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen dürfen Heizsysteme nur noch in Ausnahmefällen durch fossile Heizungen (Öl, Gas) ersetzt werden. Weil die Zahl der Gasanschlüsse laufend abnimmt, wird das Gasnetz auch sukzessive an Wirtschaftlichkeit verlieren.
Mit der Stilllegung des Gasnetzes bis spätestens 2040 leistet Schaffhausen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, reduziert die Abhängigkeit von ausländischen fossilen Energiequellen und schützt Haushalte sowie Unternehmen besser vor Preisschwankungen auf den internationalen Energiemärkten.
Was bedeutet das für Gaskundinnen und Gaskunden?
Aktuell zählt SH POWER rund 6’000 Gaskundinnen und ‑kunden, rund drei Viertel davon befinden sich auf dem Stadtgebiet von Schaffhausen. Innerhalb der Stadt erfolgt der Gasausstieg gestaffelt und Gasleitungen werden schrittweise bis 2040 ausser Betrieb genommen. Der Start der Stilllegungen erfolgt frühestens ab 2036. Gaskundinnen und ‑kunden werden jeweils mindestens 3 Jahre vor der geplanten Stilllegung ihres Anschlusses direkt informiert. Damit bleibt genügend Zeit, um sich mit den Alternativen auseinanderzusetzen und eine passende, zukunftsfähige Lösung zu planen.
Für bestehende Gasheizungen, Gasherde und Hausanschlussleitungen, die vor der Ankündigung des Gasausstiegs installiert wurden und deren technische Lebensdauer zum Zeitpunkt der Stilllegung noch nicht erreicht ist, sind Restwertentschädigungen vorgesehen. Genauere Informationen werden folgen. Zusätzlich bestehen Förderprogramme für erneuerbare Heizsysteme.
Betrifft der Gasausstieg auch Nachbargemeinden und die Industrie?
Die Kundinnen und Kunden in den umliegenden Gemeinden werden bis auf Weiteres weiterhin mit Gas beliefert. Für die Prozesse in der Industrie, die auf Gas angewiesen sind, bleibt ein stark reduziertes Gaszielnetz bestehen, das spätestens ab 2040 vollständig mit erneuerbarem Gas betrieben wird.
Welche Alternativen zu Gas gibt es?
Für alle Liegenschaften mit Gasanschluss gibt es erneuerbare Alternativen zur Wärmeversorgung. Je nach Lage und baulichen Voraussetzungen ist ein Anschluss an einen Wärmeverbund oder der Einsatz einer individuellen Lösung wie einer Erdsonden- oder Luft-Wasser-Wärmepumpe möglich. Die Stilllegung des Gasnetzes wird eng mit dem Ausbau der Wärmeverbünde abgestimmt. In unserem Wärmeportal können Sie prüfen, ob an Ihrer Adresse ein Anschluss an einen unserer Wärmeverbünde möglich ist, und auf wann er geplant ist.
Wir beraten Sie gerne
Bei Fragen zu Ihrem Gasanschluss oder Wärmeverbünden steht SH POWER beratend zur Seite und begleitet Kundinnen und Kunden bei der Umstellung auf erneuerbare Heizungen.
Telefon: +41 52 635 13 30
Häufige Fragen
Bereits heute können bestehende Heizungen aufgrund des revidierten Baugesetzes vom 1. April 2021 nicht mehr ohne Weiteres durch eine neue fossile Heizung ersetzt werden. Mit der Vorlage zum Gasausstieg schafft der Stadtrat nun Klarheit betreffend Zeithorizont und Vorgehen zur Stilllegung des Gasnetzes. Für alle Liegenschaften mit Gasanschluss wird es alternative Lösungen geben (Wärmeverbünde oder individuelle Lösungen, wie z. B. Wärmepumpen). Über den genauen Zeitplan werden Sie werden frühzeitig informiert.
Im Bereich der Gasversorgung für Komfortwärme sind Unternehmen genauso wie Privathaushalte betroffen. Nur für industrielle Anwendungen (Prozessgas) sowie für die Spitzenlastabdeckung von Wärmeverbünden wird ein stark reduziertes und auf diese Kunden ausgerichtetes Gasnetz aufrechterhalten. Dieses Gaszielnetz wird ab spätestens 2040 vollständig mit erneuerbarem Gas betrieben.
Die Wärmeversorgung liegt in der Verantwortung der Eigentümerinnen und Eigentümer.
Ja. Der Energierichtplan der Stadt Schaffhausen zeigt für alle Gebiete auf, welche Lösungen möglich sind. Dies können Wärmeverbünde oder individuelle Lösungen wie Wärmepumpen sein. Für alle Liegenschaften mit Gasanschluss wird es alternative Lösungen geben.
Aktuelle Informationen finden Sie jeweils auf www.stadt-schaffhausen.ch. SH POWER und private Unternehmen bieten Beratungen an, siehe beispielsweise unter https://energiefachleute-schaffhausen.ch. Die Energieberatung des Kantons Schaffhausen berät Sie ebenfalls. Zudem wird ein Wärmeportal zur Verfügung stehen, auf welchem die geplanten Wärmeverbünde von SH POWER ersichtlich sind.
Der Gasausstieg erfolgt bis 2040. Erste Gasanschlüsse werden frühstens ab 2036 stillgelegt. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer werden brieflich mit einer Vorlaufzeit von 3 Jahren über die Stilllegung ihrer Gasleitung informiert. So haben alle genug Zeit, um sich zu informieren und das für die eigene Liegenschaft passende Heizsystem zu planen.
Für bestehende Gasheizungen, Gasherde und Hausanschlussleitungen, die vor der 10-jährigen Ankündigungsfrist des Gasausstiegs installiert wurden und die aufgrund des Gasausstiegs vor Ende ihrer technischen Lebensdauer abgeschrieben werden müssen, sind Restwertentschädigungen vorgesehen. Eine detaillierte Richtlinie wird noch ausgearbeitet.