Aktuelle Informationen zur Gas- und Stromversorgung der Schweiz

Hat die Schweiz genügend Gas für den Winter? Was passiert bei eine Gasknappheit? Was hat Gas mit der Stromversorgung zu tun? Werden die Energiepreise steigen? Diese und andere Fragen stellen sich gerade viele Kundinnen und Kunden. Denn der Ukrainekrieg und die politischen Spannungen zwischen Europa und Russland sorgen für Turbulenzen und Unsicherheiten an den Energiemärkten. Hier finden Sie Fakten und Einschätzungen zur aktuellen Situation.

Aktualisiert: 11. August 2022

Gasversorgung

Im Moment fliessen nur noch reduzierte Erdgasmengen von Russland nach Europa. Die Versorgungssicherheit der Schweiz ist derzeit gewährleistet, auch wenn die Lage sehr angespannt ist. Die europäischen Grosshandelspreise sind in den vergangenen Tagen nochmals stark gestiegen. Sehr konstant sind die Erdgaslieferungen aus der Nordsee, und auch die LNG-Importe nach Europa befinden sich auf hohem Niveau.

Die Schweiz hat keine eigenen Gasspeicher und ist daher vollständig auf Importe angewiesen. Von Gasengpässen in der EU und insbesondere Deutschland ist deshalb auch die Schweiz betroffen. Können die europäischen Speicher nicht plangemäss gefüllt werden, erhöht sich das Risiko einer Gasmangellage im kommenden Winter.

Eine Gasmangellage tritt ein, wenn die Nachfrage nach Gas mit dem vorhandenen Angebot nicht mehr gedeckt werden kann.

Die Schweizer Gaswirtschaft arbeitet mit Hochdruck daran, eine Gasreserve für den kommenden Winter aufzubauen. Dabei handelt es sich um Speicherkapazitäten in den Nachbarländern und Optionen für zusätzliche Gaslieferungen. Die Gaswirtschaft ist zuversichtlich, dass die vom Bund gesteckten Ziele erreicht werden können. 

Wichtig ist auch, dass sichergestellt wird, dass sich die Länder bei einer Gasmangellage gegenseitig so weit wie möglich unterstützen. Der Bund verhandelt zu diesem Zweck über Solidaritätsabkommen mit Nachbarstaaten wie Deutschland.

Wenn in der Schweiz eine Gasmangellage eintritt, ordnet der Bund stufenweise die notwendigen Massnahmen an. 

  • Stufe 1 – Sparapelle: Die Gasverbraucher werden mittels Sparappellen aufgerufen, den Gasverbrauch zu reduzieren.
  • Stufe 2 – Umschaltung Zweistoffanlagen: Unternehmen mit Zweistoffanlagen werden verpflichtet, diese von Gas auf Öl umzuschalten.
  • Stufe 3 – Einschränkungen: Es werden Einschränkungen für gewisse Anwendungen angeordnet, zum Beispiel verbindliche Beschränkungen der Heiztemperatur in öffentlichen Gebäuden oder in Büros.
  • Stufe 4 – Kontingentierung: Es wird eine Kontingentierung angeordnet. Davon betroffen sind alle Gasverbraucher mit Ausnahme von Privathaushalten, Fernwärmeanlagen für Privathaushalte und grundlegende Soziale Dienste (Spitäler, Blaulichtorganisationen, Energie- und Wasserversorgung).
     

Wenn in der Schweiz eine Gasmangellage eintritt, ordnet der Bund die notwendigen Massnahmen – bis hin zur Kontingentierung – an. Die Gasversorger und somit auch wir von SH POWER müssen diese national einheitlich umsetzen. Wir haben eine interne Kriseninterventionsorganisation gebildet. Diese analysiert die Lage laufend und setzt im Bedarfsfall die Massnahmen des Bundes um.

Ja. Die gestiegenen Gasbeschaffungskosten wirken sich auf die Gaspreise von SH POWER aus. Spätestens im Jahr 2023 werden sie steigen.

Der Anteil an Erdgas aus Russland am gesamten Gasimport in die Schweiz belief sich im Jahr 2021 auf 43 Prozent. Wie andere Gasversorger beschafft SH POWER ihr Erdgas über einen Vorlieferanten und hat keine direkten Verträge mit Produzenten. Ein anerkanntes und umfassendes Herkunftsnachweissystem existiert für Biogas, jedoch nicht für Erdgas. Der Anteil an Erdgas aus Russland kann daher nicht genau beziffert werden.

Ja. Sie können das Gasprodukt «Biogas100» bestellen. Dieses enthält ausschliesslich Biogas aus der EU. Jene Gasmenge, die sie verbrauchen, beschaffen wir bei Biogasproduzenten in der EU. 

Wichtig zu wissen: Erd- und Biogas fliessen durch dieselben Netze. Der Bezug von Biogas bringt bei einer allfälligen Gasmangellage keine Vorteile.

Stromversorgung

In der Schweiz wird Gas nicht zur Stromproduktion genutzt. Im Winterhalbjahr deckt die Schweiz jedoch einen Teil ihres Strombedarfs mit importiertem Strom aus der EU. Dort werden rund 18 Prozent des Stroms in Gaskraftwerken produziert. Bei einer Gasknappheit in der EU können daher Stromproduktionskapazitäten wegfallen. Dies kann dazu führen, dass die Schweiz im Winterhalbjahr weniger Strom importieren kann.

Im Winterhalbjahr deckt die Schweiz einen Teil ihres Strombedarfs mit importiertem Strom aus der EU. Dort werden rund 18 Prozent des Stroms in Gaskraftwerken produziert. Bei einer Gasknappheit in der EU können daher Stromproduktionskapazitäten wegfallen. Zudem sind in Frankreich momentan überdurchschnittlich viele Kernkraftwerke nicht am Netz. Diese Faktoren können dazu führen, dass die Schweiz im Winterhalbjahr weniger Strom importieren kann. Dadurch steigt wiederum das Risiko einer Strommangellage.

Eine Strommangellage tritt ein, wenn die Nachfrage nach Strom mit dem vorhandenen Angebot nicht mehr gedeckt werden kann.

Im Unterschied zu einem Stromausfall (Blackout) ist Strom in einer Strommangellage verfügbar, allerdings in reduziertem Mass.

Der Bundesrat hat beschlossen, auf den kommenden Winter eine Wasserkraftreserve einzurichten. Speicherkraftwerksbetreiber sollen gegen Entgelt eine bestimmte Menge Energie zurückbehalten, die bei Bedarf abgerufen werden kann. Es ist geplant, sie auf den 1. Oktober 2022 in Kraft zu setzen. Zudem wird geprüft, ob ergänzend auch im Ausland Energiereserven gesichert werden könnten.
 

Wenn in der Schweiz eine Strommangellage eintritt, ordnet der Bund stufenweise die notwendigen Massnahmen an.

  • Stufe 1 – Sparappelle: Die Bevölkerung wird mittels Sparappellen aufgerufen, den Stromverbrauch zu reduzieren.
  • Stufe 2 – Verbrauchseinschränkungen: Nicht absolut notwendige, energieintensive Geräte und Einrichtungen, wie beispielsweise Leuchtwerbung, Saunen, Komfortheizungen im Aussenbereich oder Rolltreppen, werden verboten. 
  • Stufe 3 – Kontingentierung: Alle Grossverbraucher sind verpflichtet, eine angeordnete Strommenge einzusparen, um Netzabschaltungen zu vermeiden. 
  • Stufe 4 – Zyklische Netzabschaltungen: Die Stromversorgung wird gebietsweise jeweils für mehrere Stunden unterbrochen. Netzabschaltungen dienen als Ultima Ratio und sollen durch die die Massnahmen der Stufen 1–3 vermieden werden.

Bestimmte grundversorgungsrelevante Verbraucher können teilweise oder ganz von den Massnahmen ausgenommen werden.

Wenn in der Schweiz eine Strommangellage eintritt, ordnet der Bund die notwendigen Massnahmen – bis hin zu zyklischen Netzabschaltungen – an. Die Stromversorger und somit auch wir von SH POWER müssen diese national einheitlich umsetzen. Wir analysieren die Lage laufend und setzen im Bedarfsfall die Massnahmen des Bundes um.

Ja. Die Kraftwerke und Netze der einzelnen Stromversorger sind nicht autark. Sie sind in die Schweizer Stromnetzinfrastruktur integriert. Eine Strommangellage tritt ein, wenn in der gesamten Schweizer Netzinfrastruktur zu wenig Strom vorhanden ist, um die Nachfrage zu decken. Davon sind alle Netze betroffen. 

Abgesehen davon würde der Strom aus dem Kraftwerk Schaffhausen nicht ausreichen, um den Strombedarf der Stadt Schaffhausen zu decken. Es produziert rund die Hälfte des Stroms, welcher die Stadt Schaffhausen verbraucht. Der restliche Strom stammt aus anderen Kraftwerken.

Ja. Die gestiegenen Strombeschaffungskosten wirken sich auf die Strompreise von SH POWER aus. Im Jahr 2023 werden sie um rund 30 Prozent steigen. Diese Preissteigerung entspricht dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.

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