Tag und Nacht im Einsatz für die zuverlässige Versorgung der Region Schaffhausen

Tag und Nacht sind die fünf Mitarbeitenden in der Zentralen Leitstelle von SH POWER zu finden. Daniel Rosan und sein Team sind bei Notfällen, Störungen und Kontrollen jederzeit einsatzbereit. Wir haben mit Teamleiter Daniel Rosan ein Interview geführt.

Was für ein Berufsweg ist für eine Stelle in der ZLS vorgegeben? 

Daniel Rosan: Die Funktion des Operators (heute auch Dispatcher genannt) besteht darin, die zu Verfügung stehenden Mittel möglichst optimal einzusetzen und somit einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Bei Fehlerbehebungen oder Revisionsarbeiten ist der Operator auch für den Informationsfluss zuständig. Entsprechend ist es wichtig, dass die Zentrale Leitstelle immer über alle laufenden Tätigkeiten im Betrieb informiert ist. Um die anfallenden Aufgaben eines Operators optimal zu absolvieren, ist eine technische Grundausbildung im Bereich Elektrik oder Anlagebau von Vorteil. Vor allem bei auftretenden Störungen ist es hilfreich, wenn ein Grundfachwissen vorhanden ist. Es erleichtert die Einschätzung des Problems und somit auch die Handhabung. 
Zu den persönlichen Eigenschaften eines Operators zählen: Zuverlässigkeit, sicheres und kontrolliertes Handeln, die Fähigkeit, vorauszudenken und Verantwortungsbewusstsein. Jeder Mitarbeitende in der Zentralen Leitstelle muss ausserdem eine Schulung zu elektrischen Schaltungen besuchen. Der VSE (Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen) bietet seit einiger Zeit einen Dispatcher Lehrgang an, an denen die Bereiche Strom, Wasser, Gas und Fernwärme fachspezifisch behandelt werden. 

 

Habt ihr ein Tagesgeschäft? 

Ja, wir haben diverse Aufgaben, die zu unserem Tagesgeschäft gehören.  
Beim Kontrollgang durch das ganze Kraftwerk alle vier Stunden überprüfen wir verschiedene Anlagebereiche und nehmen diverse Betriebswerte auf. Ziel ist es, sich anbahnende Störungen frühzeitig erkennen zu können und somit einen längeren Produktionsausfall zu vermeiden. Ebenfalls zum Tagesgeschäft gehört das Bedienen der Rechenreinigungsmaschine. Wir stellen sicher, dass die Einlassrechen vor den Kraftwerksturbinen regelmässig gereinigt werden und kümmern uns um den Abtransport des Schwemmguts. Wir verwalten diverse Daten, wie zum Beispiel die Energieproduktion, die Wasserwerte des Rheins oder das Wetter und erstellen verschiedene Berichte, von denen wir teils Daten an externe Stellen weitergeben.  Wichtig ist auch die Erfassung der Ereignisse. Dazu führen wir ein Betriebstagebuch, in dem wir alle Geschehnisse eintragen und somit sicherstellen, dass der folgende Operator und auch die betroffenen Mitarbeitenden über die aktuelle Lage informiert sind.  Die Bearbeitung von Schaltprogrammen im Mittel- und Hochspannungsnetz und das Überwachen und Steuern der Anlagen mittels Leitsystems gehören auch dazu.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehört das Überwachen des Konzessionspegels an der Schifflände. Dabei müssen wir sicherstellen, dass der Pegel von 390.8 Meter über Meer in jeder Situation beibehalten wird.
Immer wieder gibt es auch Störmeldungen betreffend Strom, Gas und Wasser, die uns über die Hotline gemeldet werden, wie zum Beispiel Leitungsbrüche oder Stromausfälle. In solchen Fällen arbeitet die ZLS eng mit dem Pikettdienst der SH POWER zusammen und übergibt die Störung an den entsprechenden Mitarbeitenden zur Bearbeitung.  

 

Wie teilt ihr eure Schichten ein? 

Unseres Zweischichtmodell besteht aus 5 Operators, die jeweils allein und immer in 12-Stunden-Schichten arbeiten. Die Tagesschicht dauert von 6 bis 18 Uhr, die Nachtschicht von 18 bis 6 Uhr. Die Schichtübergabe dauert je nach Ereignissen rund 15 Minuten. In dieser Zeit werden die Ereignisse geschildert und allfällige Aufgaben übergeben. Im Grundschichtplan dauert eine Schichtserie immer 4 Tage oder 4 Nächte. Danach hat man bis zur nächsten Serie 5 Tage frei. Dadurch, dass wir uns in den Ferien stellvertreten, gibt es im Grundplan immer wieder Veränderungen, so dass man oft auch 5 Schichteinheiten am Stück hat und entsprechend weniger Erholungstage. Unter dem Strich haben wir die gleichen Jahressoll-Stunden wie alle anderen Mitarbeitenden bei SH POWER. 
Für kurzfristige, zum Beispiel krankheitsbedingte, Ausfälle stehen uns vier zusätzliche Mitarbeitende aus dem Kraftwerksteam zu Verfügung, die entsprechend ausgebildet wurden und uns jederzeit stellvertreten können. 

 

Was ist das anspruchsvollste an diesem Beruf? 

Ich denke, dass der Umgang mit aussergewöhnlichen Ereignissen anspruchsvoll ist. Diese treten zum Glück nicht so oft auf, aber meist kommen sie plötzlich und unerwartet. In diesen Situationen ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren, die Übersicht nicht zu verlieren und die optimalen Massnahmen zu bestimmen. Auch wenn wir aber in solchen Situationen oft allein sind, ist es sehr beruhigend zu wissen, dass im Hintergrund eine Pikett-Mannschafft von Fachleuten steht, die wir jederzeit aufbieten können und die uns in kürzester Zeit hilfsbereit zur Seite stehen.