Hightech für den Hochwasserschutz

Larissa Pfister mit Radarsensor SH POWER

Mit über 60 intelligenten Sensoren und mehreren autonomen Kameras untersucht SH POWER das Verhalten der Abflüsse bei Regenereignissen in Schaffhausen – und verbessert so laufend den Hochwasserschutz.

SH POWER betreibt derzeit rund 60 hochintelligente Radarsensoren, die Pegelstände in Kanälen, Bächen und anderen Gewässerverdolungen messen. Dank der grossen Menge an Messpunkten kann das Team Siedlungsentwässerung Regenereignisse präzise analysieren und den Hochwasserschutz im Raum Schaffhausen optimieren.

Wer das kleine, unscheinbare graue Kästchen betrachtet, ist zunächst wenig beeindruckt – der Radarsensor wirkt unspektakulär. Umso erstaunlicher ist jedoch, welche Daten dahinterstecken: Ausführliche Grafiken zeigen Veränderungen der Pegelstände über Tage, Wochen, Monate oder sogar ein Jahr hinweg. 

Überwachung in Echtzeit – und Eingreifen, wenn es nötig wird

Als Projektleiterin der Pegel-Messsysteme plant Larissa Pfister Neuinstallationen und Unterhaltsarbeiten der Sensoren und behält den Zustand der Wasserstände im Blick. Meldet das System ungewöhnliche Veränderungen, wird sofort ein Einsatz vor Ort ausgelöst.

Die 45 Sensoren im Stadtgebiet Schaffhausen, acht in Neuhausen und sieben in Luzern senden ihre Daten in eine Cloud. Jeder Sensor liefert eine Übersicht über den aktuellen Pegelstand sowie die Messwerte der vergangenen Woche, des Monats und des Jahres.

Ergänzt wird das System durch fünf autonome Kameras entlang der Durach. Sie bieten eine zusätzliche visuelle Kontrolle bei potenziellen Hochwasserlagen. 

Wie viel Wasser fliesst? Präzise Messungen dank Salz

Um die Abflussmenge zu bestimmen, setzt das Team auf sogenannte Salzabflussmessungen. In Zusammenarbeit mit einem externen Spezialisten wird eine definierte Menge Salz im Wasser aufgelöst und oberhalb der Messstelle eingebracht. Die Veränderung der Leitfähigkeit dient den Sensoren als Grundlage, um eine exakte Pegel-Abflussbeziehung zu berechnen. Diese Methode erlaubt es, für jeden einzelnen Sensor belastbare Referenzwerte zu definieren und so die Datenqualität weiter zu erhöhen.

Effizient, robust und kostengünstig

Die Installation der Radarsensoren ist unkompliziert, die Anschaffungskosten bleiben überschaubar und die Batterie hält rund ein Jahr. Für Larissa Pfister steht fest: Das Messkonzept überzeugt – und Schaffhausen profitiert vom Wissen des Siedlungsentwässerungsteams.

Pilotprojekt in Luzern

Seit Anfang 2024 ist SH POWER zudem an einem Pilotprojekt der Stadt Luzern beteiligt. Als eines der wenigen Teams mit breiter Erfahrung im Umgang mit Radarsensoren installierten die Spezialistinnen und Spezialisten dort sieben weitere Messpunkte. Sie dokumentieren den Ist-Zustand der Abflüsse.

In den kommenden Jahren werden in Luzern verschiedene Schwammstadt-Elemente umgesetzt. Dank der Sensorik lässt sich prüfen, wie stark sie zur Rückhaltung von Regenwasser in der Kanalisation beitragen. 

Mehr Sichtbarkeit dank moderner Kameras

Meteor Communications, Hersteller der Kameras, hat kürzlich einen Fachartikel über die Zusammenarbeit veröffentlicht.

Zum externen Artikel bei Meteor Communications.

Weitere Blogbeiträge

Naturstrom Schaffhausen und seine Wirkung in der Region

Was hat Ihr Strom mit der Rheinlandschaft zu tun? Mehr als man denkt. Wer sich für Naturstrom Schaffhausen entscheidet, unterstützt erneuerbare…

Was ist ein virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV)?

Der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Solarstrom über mehrere Liegenschaften hinweg. Erfahren…

Wärmeverbünde – Gemeinsam für eine nachhaltige Wärmeversorgung

Eine nachhaltige und effiziente Wärmeversorgung ist zentral für die Energiezukunft von Schaffhausen. SH POWER setzt mit modernen Wärmeverbünden auf…