Chlorothalonil-Abbauprodukt im Trinkwasser

Das Trinkwasser der Stadt Schaffhausen weist Rückstände eines Chlorothalonil-Abbauprodukts auf, die über dem Höchstwert liegen. Es kann aber trotzdem normal getrunken werden, eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung besteht nicht.

Chlorothalonil ist ein Pflanzenschutzmittel, welches in der Schweiz seit den 1970ern eingesetzt wurde. Per 1. Januar 2020 hat der Bund die Anwendung verboten. Davor war es ein zugelassenes Mittel, das legal angewendet worden war. Der Wirkstoff Chlorothalonil an sich wird im Boden und im Wasser rasch abgebaut und ist daher in der Umwelt nicht mehr zu finden. Allerdings entstehen verschiedene sogenannte Abbauprodukte, welche mit dem Regen in das Grundwasser versickern und so in das Trinkwasser gelangen können.

Die Abbauprodukte werden durch den Bund als «relevante» oder als «nicht relevante» klassiert. Für «relevante» Abbauprodukte gilt im Trinkwasser ein Höchstwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter. Für «nicht relevante» Abbauprodukte gibt es keine Höchstwerte. Das jetzt nachgewiesene Abbauprodukt wurde vom Bund erst im Dezember 2019 als «relevant» beurteilt. Messungen des Interkantonalen Labors weisen darauf hin, dass die Höchstwerte in weiten Teilen des Kantons Schaffhausen überschritten werden. In anderen Landesteilen zeichnet sich ein vergleichbares Bild ab.

Wasser kann normal getrunken werden
Auch im Grundwasser, welches SH POWER für die Stadt Schaffhausen in der Warthau und an der Rheinhalde pumpt, werden die Höchstwerte derzeit überschritten. Das Wasser kann trotz der Befunde normal getrunken werden. Gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen geht von den Rückständen von Chlorothalonil-Abbauprodukten keine unmittelbare Gesundheitsgefahr aus. Die Rückstände sind beispielsweise nicht vergleichbar mit einer Verunreinigung durch Bakterien, welche eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellt und Massnahmen, wie das Abstellen des Wassers, nötig macht.
Mit dem Verbot des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil werden sich auch die Rückstände der Chlorothalonil-Abbauprodukte im Trinkwasser sukzessive verringern. Regelmässige Wasserproben werden Aufschluss darüber geben, wie sich die Situation verändert. SH POWER steht mit dem Interkantonalen Labor diesbezüglich in engem Kontakt.