Im Einsatz für die sichere Entsorgung des Abwassers

Das dreiköpfige Team der Siedlungsentwässerung bei SH POWER plant, erstellt und unterhält das Abwassersystem und seine Einrichtungen wie Regenbecken, Regenüberläufe, Speicher- und Fangkanäle und öffentliche Versickerungs- und Retentionsanlagen in der Region Schaffhausen. 

Janusch Laule und sein Team bestehend aus Ruth Arnheiter und Rico Meier kümmern sich in der Abteilung Siedlungsentwässerung um ca. 150 km öffentliche Kanalisation und über 4000 öffentliche Schachtbauwerke in der Stadt Schaffhausen. Schächte werden für den Betrieb und den Unterhalt der Kanäle benötigt. Zusätzlich unterstützt das dreiköpfige Team das städtische Baureferat beim Betrieb und Unterhalt von rund 400 Kilometern privater Abwasserleitungen. Dazu kommen 30 sogenannte Sonderbauwerke, welche zur hydraulischen Entlastung Siedlungsentwässerung bei stärkeren Regenereignissen dienen: 7 Regenüberlaufbecken, 19 Regenüberläufe und 4 Speicherkanäle.  

Wichtiger Bestandteil des Grundwasserschutzes

Ein funktionierendes und dichtes Abwassernetz verhindert, dass schmutziges Abwasser ins Erdreich versickert und das Grundwasser verunreinigt, somit ist die Siedlungsentwässerung ein wichtiger Bestandteil des Grundwasserschutzes. Des Weiteren wird durch eine funktionierende Siedlungsentwässerung gewährleistet, dass keine schadhaften Abwassereinträge in die Gewässer stattfinden. 

Das Schaffhauser Abwasser wird im Bereich der Grenze von Schaffhausen zu Neuhausen, bei der Schrägseilbrücke der A4, vom Sammelkanal «Röti» aufgenommen. Der Kanal führt das Abwasser dann weiter zur Abwasserreinigungsanlage (ARA) Röti, welche sich einige hundert Meter oberhalb des Rheinfalls befindet. Die ARA Röti reinigt zudem das Abwasser von Neuhausen, Büttenhardt, Feuerthalen, Flurlingen, Merishausen, Stetten und Schlatt. 

Die grössten Herausforderungen der Siedlungsentwässerung sind der effiziente und sichere Betrieb der Sonderbauwerke sowie generell der Unterhalt des komplexen und teilweise über 100 Jahre alten Abwassernetzes. Die ältesten Kanäle in Schaffhausen datieren auf das Jahr 1870 zurück. 

GEP: Planung für die Zukunft

Das grösste Projekt des Teams ist die Generelle Entwässerungsplanung GEP, welche als Herzstück des Infrastrukturmanagements Siedlungsentwässerung die nötigen Massnahmen definiert und deren Umsetzung zeitlich festgelegt. Durch die GEP wird ein sachgemässer Schutz von Gewässern sowie dem Grundwasser gewährleistet. Hierzu werden z. B. Einleitungen in Gewässer optimiert und dafür gesorgt, dass das Abwasser schadenfrei aus dem Siedlungsgebiet abgeführt werden kann. Des Weiteren soll eine hydraulisch optimierte Siedlungsentwässerung erreicht werden. Die Erarbeitung der Entwässerungsplanung erfolgt in verschiedenen Teilprojekten wie bspw. Leitungskataster, Kanalzustand, Abwasser im ländlichen Raum, Oberflächenabfluss bei Extremereignissen und schlussendlich das Entwässerungskonzept, bei dem die Hydraulik des gesamten Netzes berechnet wird. Die Schweizer Städte und Gemeinden führen in der Regel alle eine GEP durch. durchgeführt wird. Unser Projekt in Schaffhausen wurde 2020 gestartet und soll 2024 mit einer umfassenden Massnahmenplanung abgeschlossen werden. Im Anschluss ist ab 2025 die Massnahmenumsetzung geplant. 

Fortlaufende Projekte sind hauptsächlich die Wartung von bestehenden Abwasserkanälen sowie die Planung und Erstellung von neuen Anlagen. Wartungsprojekte werden in den meisten Fällen durch externe Unternehmen ausgeführt. Es beginnt mit der Befahrung durch spezielle Kameras, welche schadhafte Stellen detektieren. Im Anschluss erfolgt eine Zustandsbewertung und Massnahmenplanung. Sofern eine Leitung erneuert werden und in der Folge eine Strasse geöffnet werden muss, wird dies vorgängig mit allfälligen Arbeiten an anderen Werkleitungen von Strom, Gas und Wasser koordiniert. So werden Kosten eingespart und zudem die Beeinträchtigungen für den Verkehr und die Anwohnenden, wie auch der Aufwand für SH POWER möglichst klein gehalten.  

Das Team

Janusch Laule, Abteilungsleiter Siedlungsentwässerung 

«Seit meiner Kindheit bin ich vom Element Wasser und dessen Dynamik fasziniert. Daher war und ist es mir ein Anliegen auch beruflich mit dem Wasser verbunden zu sein. Die Siedlungsentwässerung ist ein sehr komplexes hydraulisches und betriebliches System und liefert dem Team und mir immer wieder neue Erkenntnisse und Eindrücke. Es ist ein gutes Gefühl, einen entscheidenden Beitrag zu einem funktionierenden Entwässerungssystem sowie zum Schutz der umliegenden Gewässer und des Grundwassers leisten zu dürfen.» 

Ruth Arnheiter, Projektleiterin  

«Mit meinem medizinischen und umweltwissenschaftlichen Hintergrund liegt mir die Gesundheit von Mensch und Natur am Herzen. In der Siedlungsentwässerung kann ich täglich dazu beitragen, dass das schmutzige Abwasser richtig abgeleitet wird und dabei die Gewässer um Schaffhausen und unser Trinkwasser sauber und gesund bleiben. Die Weiterbildung mit dem CAS Siedlungsentwässerung hat mir einen umfassenden Überblick über alle Bereiche der Siedlungsentwässerung ermöglicht und nun freue ich mich auf die verschiedenen Teilprojekte der Generellen Entwässerungsplanung – eine Art Check-Up der Siedlungsentwässerung mit einer langfristigen Massnahmenplanung.» 

Rico Meier, Kanalaufseher 

«In der Vergangenheit war ich überwiegend im Hochbau als Polier tätig, es hat mich aber schon immer fasziniert was sich unter unserem Boden so abspielt. Das ganze System mit den verschiedensten Leitungsquerschnitten und den vielen Sonderbauwerken muss sich immer wieder an die neuen Gegebenheiten anpassen, damit die Stadt Schaffhausen wachsen und weiterhin von einem gut funktionierendem Siedlungsentwässerungsnetz profitieren kann. Hier bei der Siedlungsentwässerung haben wir ständig interessante Aufgaben zu lösen, damit auch jeder Bürger sicher sein kann, dass sein Abwasser nur von der Schwerkraft angetrieben bis in die Kläranlage nach Neuhausen abfliesst.»