Lagebericht

Unternehmen

Finanzen

SH POWER schliesst das Geschäftsjahr mit einem soliden Ergebnis ab. Die Covid-19-Pandemie, speziell der Shutdown im Frühling 2020, wirkte sich negativ auf den Geschäftsverlauf in der Sparte Strom aus. Gesamthaft hatte die Pandemie jedoch keine erheblichen Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf.

Der Umsatz beträgt 100.0 Mio. CHF, was einem Rückgang um 6 % entspricht (Vorjahr 106.3 Mio. CHF). Hauptursache dafür sind Umsatzrückgänge in den Sparten Strom und Gas. In der Sparte Strom wirkten sich die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie, Kundenverluste im liberalisierten Markt sowie auf die Anpassung regulatorischer Deckungsdifferenzen umsatzmindernd aus. In der Sparte Gas reduzierte sich der Umsatz infolge einer Preissenkung sowie eines leicht rückläufigen Absatzes.

Das Betriebsergebnis verringerte sich um 31 % auf 8.8 Mio. CHF (Vorjahr 12.7 Mio. CHF). Die Abnahme des Betriebsergebnisses ist primär auf den Umsatzrückgang zurückzuführen. Es resultiert ein Jahresergebnis von 13.9 Mio. CHF, was einem Rückgang um 4 % entspricht (Vorjahr 14.5 Mio. CHF). Aufgrund ausserordentlicher Erträge, eines verbesserten Finanzergebnisses sowie einer geringeren Zuweisung in den Abwasserfonds ist der Rückgang des Jahresergebnisses deutlich geringer als jener des Betriebsergebnisses.

Die getätigten Investitionen wurden um 16 % auf 16.3 Mio. CHF gesteigert (Vorjahr 14.0 Mio. CHF). Höhere Investitionen in die Infrastruktur in den Sparten Strom und Wasser führten zu diesem Anstieg.

Betriebsergebnis Mio. CHF

Strategieumsetzung

Mit dem neuen Versorgungsauftrag für Wärme und Kälte sowie der Revision der Organisationsverordnung wurden weitere Ziele aus der SH POWER Eignerstrategie umgesetzt. Der neue Versorgungsauftrag für Wärme und Kälte bildet die rechtliche Grundlage dafür, dass SH POWER die Stadt Schaffhausen zukünftig auch mit Wärme und Kälte versorgen kann. Die Revision der Organisationsverordnung bildet die rechtliche Grundlage für die Neuaufstellung der Verwaltungskommission von SH POWER: Ab dem Jahr 2021 werden ihr drei externe Mitglieder mit ausgewiesenen Branchen- und Fachkenntnissen angehören. Der Grosse Stadtrat wird die externen Mitglieder auf Vorschlag des Stadtrats wählen. Die Anzahl politischer Vertreterinnen und Vertreter in der Verwaltungskommission wird um drei reduziert.

Neubau Werkhof

Im Mai 2020 konnten die Projektarbeiten für den Neubau des SH POWER Werkhofs wieder aufgenommen werden. Diese hatten zuvor über mehrere Monate ausgesetzt werden müssen. Zwar hatten die Schaffhauser Stimmberechtigten im November 2019 einem Nachtragskredit für den Bau zugestimmt, aufgrund einer Abstimmungsbeschwerde und von deren anschliessendem Weiterzug an das Obergericht hatte das Abstimmungsresultat jedoch über mehrere Monate keine Gültigkeit erlangt.

Mitarbeitende

Die Anzahl an Mitarbeitenden stieg um 4 % auf 152.4 FTE (Vorjahr 146.3 FTE). 9 der Mitarbeitenden waren Lernende der Lehrberufe Netzelektriker/-in, Elektroinstallateur/-in EFZ sowie Kauffrau/-mann EFZ. Die Mitarbeitenden des Tochterunternehmens Etawatt AG sind nicht eingerechnet.

Massnahmen Covid-19

Ab März war das Jahr 2020 geprägt von der Covid-19-Pandemie. SH POWER ergriff frühzeitig umfangreiche und wirksame Massnahmen, um die Mitarbeitenden vor Ansteckungen zu schützen und den operativen Betrieb vollumfänglich aufrechterhalten zu können. Die Versorgung war jederzeit uneingeschränkt sichergestellt.

Ausblick

Unter der Voraussetzung, dass die Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie greifen und nicht eine massive Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage eintritt, rechnet SH POWER für das Geschäftsjahr 2021 mit einem soliden Ergebnis. Es wird von einem stabilen bis wachsenden Umsatz, in der Bandbreite von 100 bis 105 Mio. CHF, ausgegangen.

Energie und Wasser

Strom

Der Absatz beläuft sich auf 284.9 GWh, das entspricht einem Rückgang von 15 % (Vorjahr 336.6 GWh). In der Grundversorgung reduzierte sich der Absatz hauptsächlich aufgrund des Covid-19-bedingten Shutdowns im Frühling 2020. Auch im liberalisierten Markt wirkten sich die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie absatzmindernd aus, zudem konnten Kundenverluste nicht vollständig durch den Gewinn neuer Kunden kompensiert werden.

Die produzierte Menge an Strom entspricht mit 130.7 GWh dem Wert des Vorjahres. 105.0 GWh wurden mit Wasserkraft erzeugt, 16.7 GWh mit Windenergie, 9.0 GWh mit Fotovoltaik. Die Stromproduktion in Anlagen, an denen SH POWER Finanzbeteiligungen hält, ist entsprechend der Beteiligungsquote miteingerechnet.

Stromabsatz GWh

Gas

Der Absatz reduzierte sich um 1 % auf 529.3 GWh (Vorjahr 532.1 GWh). Der Heizenergiebedarf sank temperaturbedingt, was zu einem Absatzrückgang beim Gas zum Heizen führte. Dagegen wurde der Absatz an Gas für die Erzeugung von Prozesswärme gesteigert. Beim Verkauf von Gas an Wiederverkäufer wurde ein Absatzrückgang verzeichnet. Die Covid-19-Pandemie hatte, im Gegensatz zu der Sparte Strom, keine nennenswerten Auswirkungen auf die Absatzzahlen.

Gasabsatz GWh

Wasser

Der Absatz erhöhte sich um 3 % auf 3.5 Mio. m3 (Vorjahr 3.4 Mio. m3). Gesamthaft wurden 4.6 Mio. m3 Wasser gefördert. Davon stammten 4.5 Mio. m3 aus Grundwasservorkommen, 0.1 Mio. m3 aus Quellen. Die Differenz zwischen der Fördermenge und dem Absatz ergibt sich aus der nicht gemessenen Abgabe über öffentliche Brunnen und Hydranten, dem Eigenverbrauch sowie Netzverlusten.

Die Trinkwasserqualität wird vom Interkantonalen Labor Appenzell-Schaffhausen regelmässig kontrolliert. Im Berichtsjahr wurde festgestellt, dass der Höchstwerteines Abbauprodukts des Pilzbekämpfungsmittels Chlorothalonil im Wasser überschritten wird. In weiten Teilen der Schweiz zeigte sich ein ähnliches Bild. Der Bund hatte Chlorothalonil Ende 2019 verboten. Seitdem gilt ein strenger Höchstwert für alle Abbauprodukte von Chlorothalonil. Das Interkantonale Labor Appenzell-Schaffhausen hält fest, dass das Wasser weiterhin normal getrunken werden kann und der Höchstwert in der Schweiz vorsorglich sehr tief angesetzt ist. Mit dem Verbot von Chlorothalonil werden sich die Abbauprodukte im Grundwasser sukzessive verringern. Regelmässige Proben werden Aufschluss darüber geben, wie sich die Situation verändert.

Wasserabsatz m3

Netze

Stromnetz

Die Netznutzung ging um 3 % auf 175.3 GWh zurück (Vorjahr 180.8 GWh). Der Rückgang ist hauptsächlich eine Auswirkung des Covid-19-bedingten Shutdowns im Frühling 2020. Die Versorgungsqualität wurde deutlich gesteigert. Ein Stromkunde war durchschnittlich von 0.059 Unterbrüchen/Jahr betroffen (Vorjahr 0.11 Unterbrüche/Jahr). Ein Unterbruch dauerte pro Stromkunde durchschnittlich 1.8 Min./Jahr (Vorjahr 9.2 Min./Jahr).

SH POWER investiert laufend in die hohe und langfristige Versorgungssicherheit. Verschiedene Projekte zu der Instandhaltung, der Erneuerung und dem Ausbau des Stromnetzes befanden sich im Berichtsjahr in der Umsetzung oder konnten bereits abgeschlossen werden. Grösste laufende Bauprojekte am Ende des Berichtsjahrs waren der Ersatz der Werkleitungen unterhalb der Bahnhofstrasse sowie die Erschliessung des entstehenden Quartiers Stahlgiesserei im Mühlental.

Durch die Dekarbonisierung der Energieversorgung und die Zunahme von dezentralen Produktionsanlagen verändern sich die Anforderungen an das Stromnetz mittelfristig. Die Zielnetzplanung zur langfristigen Entwicklung des Stromnetzes befindet sich in der Umsetzung und wird voraussichtlich im Jahr 2021 abgeschlossen. Bis in das Jahr 2027 müssen zudem 80 % der Stromzähler auf intelligente Messysteme, sogenannte Smartmeter, umgerüstet sein. Dies schreibt das Stromversorgungsgesetz vor. Zur Implementierung der Smartmeter sind umfangreiche Anpassungen der Systeme erforderlich. Die Ausschreibung mit Präqualifikation befindet sich in Vorbereitung und wird im Jahr 2021 abgeschlossen.

Gasnetz

Die Netznutzung reduzierte sich um 1 % auf 529.3 GWh (Vorjahr 532.1 GWh). Der leichte Rückgang liegt im Bereich der üblichen jährlichen Schwankungen. Der Fokus beim Gasnetz liegt auf der Verdichtung nach innen. Primär werden Liegenschaften entlang bestehender Gasleitungen neu erschlossen. Es wurden weitere Neuanschlüsse realisiert, die Anschlussleistung des gesamten Gasnetzes erhöhte sich leicht. Der Betrieb funktionierte einwandfrei, es kam zu keinen nennenswerten Störungen.

Das gut ausgebaute Gasnetz weist eine hohe Qualität auf. Um diese nachhaltig zu sichern, werden regelmässige Instandhaltungs- und Erneuerungsarbeiten durchgeführt. Im Berichtsjahr war die Infrastruktur so weit erneuert, dass der Druck in den Transportleitungen in weiten Teilen des Netzgebiets erhöht werden konnte. Mit diesem Schritt wurde die Speicherkapazität des Gasnetzes gesteigert, wodurch die Versorgungssicherheit erhöht wird.

Wassernetz

Gesamthaft wurden 4.6 Mio. m3 Wasser durch das Netz von SH POWER transportiert. Im Oktober 2020 kam es in der Stadt Schaffhausen zum Bruch einer Transportleitung, was zu einem kurzzeitigen Versorgungsunterbruch in mehreren Quartieren führte. Davon abgesehen funktionierte der Betrieb einwandfrei. Um die hohe Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten und Netzverluste kontinuierlich zu reduzieren, wird laufend in die Erneuerung des Wassernetzes investiert. Im November 2020 wurde im Ortsteil Hemmental das neu gebaute Reservoir «Alte Rüti» in Betrieb genommen. Immer bedeutender werden auch Netze, welche die Wasserversorgungen der verschiedenen Gemeinden miteinander verbinden. In Trockenperioden, wie sie in den letzten Jahren vermehrt auftraten, können örtliche Wasserknappheiten dank der gemeindeübergreifenden Netze besser ausgeglichen werden.

Siedlungsentwässerung

Die Siedlungsentwässerung funktionierte dank fachgerechter und regelmässiger Wartung ohne nennenswerte Störungen. Aussergewöhnliche Starkregenereignisse und damit verbundene Überlastungszustände der Kanalisation waren nicht zu verzeichnen.

Im Sommer 2020 wurde mit dem Generellen Entwässerungsplan (GEP) 2.0, als Nachführung des GEP aus dem Jahr 2000, begonnen. Er ist das zentrale Planungstool, um das Abwasser unter Beachtung der ökologischen, ökonomischen und hygienischen Aspekte optimal abzuleiten sowie den Schutz ober- und unterirdischer Gewässer dauerhaft zu gewährleisten. Der GEP 2.0 wird den Istzustand, den Handlungsbedarf sowie die entsprechenden Massnahmen, inklusive der Kosten und Prioritäten, für das Kanalisationsnetz von SH POWER aufzeigen. In einem ersten Schritt wurde das Pflichtenheft erarbeitet. Es definiert die Teilprojekte sowie die Zuständigkeiten involvierter Behörden und externer Fachspezialisten. Die Fertigstellung des GEP 2.0 ist bis 2024 geplant.

Dienstleistungen

Gebäudetechnik

Die Installationseinheiten von SH POWER verzeichneten im Berichtsjahr eine gute Auftragslage. Speziell bei Fotovoltaikanlagen, Ladelösungen für Elektrofahrzeuge und Wärmelösungen wurde eine steigende Nachfrage registriert.

Etawatt AG

Die Etawatt AG verzeichnet erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr mit einer Gewinnsteigerung. Die Contracting-Lösungen des Unternehmens sind am Markt stark nachgefragt, die Auftragslage war erfreulich. Es waren keine erheblichen Auswirkungen durch die Covid-19-Pandemie zu verzeichnen.

Elektromobilität

Im Berichtsjahr betrieb SH POWER in der Stadt Schaffhausen 9 öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Ladestationen von SH POWER sind über den Verbund Ost-Mobil in das Ladenetz von Move eingebunden. Das Ladenetz von Move umfasst schweizweit mehrere hundert Ladepunkte und europaweit mehrere tausend Ladepunkte von Partnernetzwerken.

Betriebsführungen

Im Auftragsverhältnis führte SH POWER im Berichtsjahr 4 regionale Versorgungsbetriebe. Zusätzlich leistete SH POWER in verschiedenen Gemeinden Pikettdienst an der Wasserversorgungsinfrastruktur.

Öffentliche Beleuchtung

Die öffentliche Beleuchtung der Schaffhauser Altstadt wird seit 2018 etappenweise erneuert. Im Berichtsjahr wurden weitere Etappen realisiert, womit die Erneuerung in weiten Teilen der Altstadt abgeschlossen ist. Die neue Beleuchtung, bestehend aus LED-Leuchten, verbraucht weniger Energie und erzeugt weniger Lichtemissionen als das bisherige, mittlerweile veraltete, System.